Hilfen für behinderte Menschen (Wohnen, Werkstätten, Ambulante Assistenz) 50-11 Sachgebiet 1

Eingliederungshilfe für behinderte Menschen

Nach den Vorschriften der Paragraphen 53 ff Sozialgesetzbuch XII. Buch (SGB XII) haben behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen Anspruch auf Leistungen der Eingliederungshilfe, wenn sie die Behinderung oder die Folgen der Behinderung nicht aus eigener Kraft überwinden können. Eine Behinderung liegt bei Menschen vor, deren körperliche Funktionen, geistige Fähigkeiten oder seelische Gesundheit dauerhaft von dem für das Lebensalter typischen Zustand so abweichen, dass dadurch ihre Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beeinträchtigt ist. Diese Begriffsbestimmung deutet bereits darauf hin, dass Maßnahmen der Eingliederungshilfe ein sehr breites Spektrum umfassen können. Es kommen in Betracht:

  • ambulante Maßnahmen (wie beispielsweise die Frühförderung für Kinder und ambulante Assistenzen)
  • teilstationäre Maßnahmen (wie beispielsweise Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen)
  • stationäre Maßnahmen (wie beispielsweise Unterbringung in einem Wohnheim)
Unter Berücksichtigung der individuellen Besonderheiten eines jeden Leistungsberechtigten wird versucht, eine möglichst passende Hilfeleistung zu konzipieren. Dabei soll eine größtmögliche Selbstständigkeit des Leistungsberechtigten erhalten oder erreicht werden. Deshalb haben ambulante Maßnahmen zunächst Vorrang vor teil- und vollstationären Hilfeformen. Die Eingliederungshilfe ist als eine Leistungsform nach dem SGB XII grundsätzlich abhängig vom Einkommen und Vermögen des Leistungsberechtigten. Der Einsatz eigener finanzieller Mittel kann aber je nach benötigter Hilfeart sehr unterschiedlich sein. Der Sozialhilfeträger übernimmt die Kosten einer benötigten Maßnahme, die vom Leistungsberechtigten nicht selbst aufgebracht werden können. Die Eingliederungshilfe ist in der Regel eine nachrangige Leistung. Sie wird nur dann gewährt, wenn keine Ansprüche gegenüber vorrangigen Sozialleistungsträgern (z.B. Krankenkassen, Agentur für Arbeit oder Rentenversicherungsträger) bestehen.